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STRANDSTRASSE
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STRANDSTRASSE

M. Krautwedel

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Aktuell

Roman über eine Familie bei Kühlungsborn

Vier ständig verliebte Töchter, ein Playboy als Sohn, eine Schwägerin, die alles besser weiß; eine Schwiegermutter, die in Kühlungsborn gern täglich einen Sundowner zur Brust nimmt … und letzte Runde wieder nur Mist im Skat. Zum Glück erzähle nicht ich die Geschichte meiner Familie. „Wer gibt?“

Zum Glück erzählt Gerd wirklich nicht die Geschichten seiner Familie, Freunden, Bekannten und Urlaubern, sondern Marc Krautwedel. Er kennt die Ballers und auch ihn, den Vater, der manchmal grundlos nörgelt aber nichts auf die kommen lässt, die er liebt. Er? Lest selbst! EineGeschichte aus Kühlungsborn und der Region.

Die Strandstraße in Kühlungsborn ist Ort und Bindeglied.

Sieben Damen auf der Hand

Null ist nicht nichts

„Null?“
„Ich bin weg! Also spiel!“
„Jetzt spielt er schon wieder! Wo waren wir?“
„Bei null.“
„Auch das noch!“
Für norddeutsche Verhältnisse erreichen die Emotionen auf eine gewisse Art bereits beim Reizen einen Höhenflug, der einen Defibrillator missen lässt – wenn der geneigte Zeuge dieser Ausbrüche nicht das Basisniveau mediterraner Streitkultur zugrunde legt.
Wie jeden Samstag um siebzehn Uhr sitzen die drei Ehemänner, zwei von ihnen auf der in die Jahre gekommenen Eckbank und einer auf einem der raumseitigen Stühle, in dem Dorfgasthof am Fuße der Kühlung. Es ist nahezu menschenleer – in der Region und im Gastraum, der dreieinhalb Kilometer entfernt von den im Sommer im Rahmen des Erträglichen belebten Strandabschnitten im Ostseebad Kühlungsborn seine Insassen vor dem Winter schützt. Der Wind pfeift in Eiseskälte um das bescheidene Haus als seien alle Verhandlungen auf das Konservieren von Restwärme endgültig gescheitert. Er zieht die Wärme raus, sobald sich die Tür öffnet. Nicht die Kälte ist der Grund für die Standorttreue, die einen Eindruck der Entschleunigung hinterlässt; es ist die drohende, verlustartig gewertete Transmission der Energie. Die Jahreszeiten haben eine eigene, lokale Gangart und Präsenz, die vom Tenor her, sich in ländlichen, außertropischen Gefilden in den Grundzügen ähnelt, was jenseits von Globalisierungsstrategien ein grenzüberschreitendes Basisverständnis seit Jahrtausenden erzeugt hat. Der Sommer, die Hauptsaison ist unweigerlich auf dem Vormarsch; unabhängig davon, ob die Vorboten auf sich warten lassen. Landwirtschaft und Tourismus setzen dem Gefühl der Vorfreude einen existenziellen, regionalen Fokus an die Flanke, der die kommende Entwicklung der Farben und den wechselnden Ausdruck des Meeres verstärkt. Er bewahrt nicht die fortschreitende Vernarbung der frischen, sehnsuchtsvollen Erinnerungen an wärmere, lichtere Zeiten. Kürzer werden die Tage nicht mehr sondern seit drei Monaten wieder länger. Das Wissen darum ist ein Trost des Innehaltens in der Kälte Atem und stetem, kräftigem Herzschlag, der einen Moment vergessen lässt, dass durch die Schönheit der Landschaft nahezu die gesamte Region in der Unterhaltungsbranche tätig ist. Es Tourismus zu nennen, käme den Anforderungen der Branche nicht gerecht; es ist mehr.
Ein schriller, langgezogener Ton heult durch die Luft. Einen halben Kilometer entfernt schnauft und pfeift die dampfgetriebene Bäderbahn, die im Winterhalbjahr alle zwei Stunden vorbeifährt. In der Gegend um Kühlungsborn, mit der topografischen Besonderheit, der erhabenen Kühlung, dem „Zustellungsbereich“ des legendär anmutenden Verkehrsmittels „Molli“, wobei Pedanten, die sich nicht um Personifizierungen und Herzensangelegenheiten kümmern, aus dem Wortstamm des Molochs als maskulin determiniertes, stählernes Dampfross schließlich aus der tapfer rotierenden, Kondensat schwitzenden und übereifrig pfeifenden, zierlichen Maschine einen Kerl konstituieren. „Der Molli“. Dereinst ehrfurchtsvoll in seiner Leistungs-und Gewichtsklasse respektiert, ist heute den Versuchen nostalgisch-romantisierender Verniedlichungsformen unterworfen. Dem Maschinchen mag es egal sein, indessen es dampfend, in Erinnerungen an den G7-Gipfel in Heiligendamm, wo nicht nur die fünftausend Journalisten, die in Kühlungsborn nächtigten und auf der Schmalspur zur Arbeit gependelt sind. Die Bäderbahn hat alles mitgemacht. Aufstieg und Verharmlosung, Eleganz; sie war und ist Familienkutsche und fuhr vor und nach der Wende durch Engpässe, begleitet von Bekenntnissen des jeweiligen Zeitgeistes.
Über räumliche Bezüge hinaus schafft „Molli“ eine lebendige Erinnerung an historische und gesellschaftliche Veränderungen. Es ist nicht nur unterhaltendes Transportmittel auf schmaler Spur. Er ist ein Teil unserer Auseinandersetzung mit uns selbst, ein Zeugnis vergangener Zeiten ohne Bildungsauftrag. Und wenn er durch die Landschaft dampft, erzählt er von einer anderen Tiefe dieser speziellen Urlaubsregion – liebevoll und unvergesslich.
In der frostigen Kälte, zwischen den Atemzügen und dem steten, kräftigen Herzschlag, liegt ein Trost: das Wissen um die Schönheit der Region. In der Gegend um Kühlungsborn, wo die topologisch erhabene Kühlung ihre Konturen zeichnet, existiert mehr als Tourismus. Es ist ein Gefühl, das sich den nüchternen Anforderungen der Branche entzieht.

Am heutigen, sonnenarmen Sonnabend sind sie die einzigen Gäste im Gasthof.
Jeden Samstag spielen sie Skat in dem winzigen Gastraum. Gerd, der Inhaber eines landwirtschaftlichen Betriebes, der sich hauptsächlich mit Aufzucht und Verarbeitung von Sanddorn beschäftigt, der Tierarzt Dr. Steffen Wilders aus Kühlungsborn und der Malermeister Heinrich Berkel aus Bad Doberan kennen sich seit der Schulzeit und wenn etwas Bestand in ihrem bisherigen Leben hatte, ist es ihre Skatklopperei, die sich früher nicht auf Samstage beschränkte. Skatspielen war und ist für sie lediglich Anlass, beieinander zu sein und irgendetwas in Händen zu halten, während sie sich über alles, außer Gott und der Welt unterhalten. Sie kommunizieren, wie sie spielen. Nicht mit letztem Einsatz. Nicht mit erheischendem Biss. Sie hatten zu keiner Zeit Veranlassung dazu. Das Blatt und der Sieg waren und sind unwichtig. An impulsiven Entscheidungen, die sich nicht mehr korrigieren ließen, fehlt das Interesse.
Das neue Jahr hatte die letzten Wochen genutzt, um gemächlich die Aggregate hochzufahren. In den jeweiligen Betrieben der drei Männer läuft es zurzeit willentlich und passiv beruhigt. Die allgemeine Neigung, den Maler zu dieser Jahreszeit im Haus haben, ist nicht überschäumend, es sei denn, man zöge aus. Das Frühjahr bringt Stress für Heinrich Berkel. Beim Tierarzt Steffen ist die Praxis bis auf Notfälle und Geburten eingestellt, weil er es so will. Er hat reduzierte Sprechstunden und ist auf dem zweiten Handy erreichbar, um das Sicherheitsgefühl seiner Tierhalter nicht zu schmälern. Sowohl auf den umliegenden Gestüten und Reiterhöfen als auch beim fehlenden Andrang zum Impfen der Haustiere, merkt er das Winterloch.

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